Minergie-ECO
MINERGIE-P-ECO

Das Wichtigste in Kürze

MINERGIE-ECO® ist eine Ergänzung zum MINERGIE®, MINERGIE-P® bzw. MINERGIE-A®-Standard. Voraussetzung für eine Zertifizierung nach MINERGIE-ECO® ist eine konsequente Bauweise nach MINERGIE®, MINERGIE-P® respektive MINERGIE-A®. Während Merkmale wie Komfort und Energieeffizienz MINERGIE®-Gebäuden eigen sind, erfüllen zertifizierte Bauten nach MINERGIE-ECO® auch Anforderungen einer gesunden und ökologischen Bauweise. Das breite Wissen, die bewährten Planungswerkzeuge und nicht zuletzt die Erfahrungen des Vereins eco-bau bilden die Grundlage für das Planen und Bauen nach MINERGIE-ECO®.
Neben den kantonalen Zertifizierungsstellen für MINERGIE® beurteilen spezialisierte Zertifizierungsstellen MINERGIE-ECO® die gesundheitlichen und ökologischen Qualitäten eines Projektes.
Das Nachweisverfahren MINERGIE-ECO® ist für Verwaltungsbauten, Schulen und Mehrfamilienhäuser anwendbar. Für Einfamilienhäuser bzw. kleine Wohnhäuser bis 500 m2 Energiebezugsfläche steht ein vereinfachtes Verfahren zur Verfügung.
Seit März 2011 kann das neue MINERGIE-ECO® 2011 angewendet werden. Neu wird darin eine Berechnung der Grauen Energie gefordert. Im Gegenzug dazu wurde der Vorgabenkatalog stark vereinfacht. Ausserdem werden Hinweise für die Umsetzung in der Ausschreibungs- und Realisierungsphase gegeben. Bis Juni 2012 darf weiterhin mit dem bisherigen Verfahren gearbeitet werden, nach diesem Zeitpunkt werden nur noch Anträge nach MINERGIE-ECO® 2011 angenommen. Achtung: MINERGIE-A-ECO®-Anträge können nur unter Anwendung von MINERGIE-ECO® 2011 eingereicht werden, da MINERGIE-A® sowieso eine Berechnung der Grauen Energie erfordert.

Die Vorteile von MINERGIE-ECO®

Sowohl für Hauseigentümerschaften als auch für Planer und Nutzer entsteht durch die Anwendung von MINERGIE-ECO® ein Mehrwert:
  • Sehr gute Arbeits- und Wohnqualität, beispielsweise aufgrund von optimalen Tageslichtverhältnissen oder aufgrund von schadstofffreien Innenräumen.
  • Höhere Wertbeständigkeit der Bauten durch grosse Flexibilität in den Nutzungsmöglichkeiten.
  • Geringe Umweltbelastung und Schonung von Ressourcen, von der Herstellung bis zum Rückbau.
  • Bewertung der ökologischen und gesundheitlichen Qualitäten von Bauten mit einem zuverlässigen Nachweisverfahren.
  • Anerkannte Kriterien für Finanzierungsinstitute zur Gewährung von Hypotheken zu Vorzugskonditionen, sogenannte Ökokredite.
Das Bundesamt für Gesundheit hat eine Stellungnahme zum Thema MINERGIE® und Gesundheit verfasst.
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Faltblatt MINERGIE® und Gesundheit (239 KB)

Planen mit MINERGIE-ECO®

Verantwortlich für die Erfüllung der Anforderungen gemäss MINERGIE-ECO® sowie für das auf Selbstdeklaration basierende Bewertungsverfahren sind die Antragsstellenden.
Die Umsetzung der Kriterien von MINERGIE-ECO® erfolgt in zwei Schritten, einerseits in den Phasen Vorstudien und Projektierung, anderseits in der Ausschreibung und in der Realisierung. Es sind die für die gesundheitlichen und bauökologischen Aspekte eines Gebäudes relevanten Phasen des Leistungsmodells nach SIA-Norm 112. Die Struktur des Fragenkataloges folgt in der Ausschreibungs- und Realisierungsphase der BKP-Klassifikation. Zudem ist MINERGIE-ECO® mit der SIA-Empfehlung 112/1 «Nachhaltiges Bauen» abgestimmt. Damit nutzt MINERGIE-ECO® die für die Planungs- und Baupraxis typischen Ordnungssysteme und ermöglicht Synergien im Planungsalltag.
Planen mit MINERGIE-ECO®

Die Planungswerkzeuge

Der Baustandard MINERGIE-ECO® basiert auf den Inhalten der Planungswerkzeuge eco-bau®. Im Zentrum stehen die für die Umsetzung der Anforderungen relevanten Phasen Vorstudien und Projektierung, Ausschreibung und Realisierung.
BKP-Merkblätter erleichtern Materialentscheide, die in der Projektierung und in der Ausschreibung zu treffen sind. 36 Merkblätter stehen zur Verfügung, geordnet nach der BKP-Klassifikation. eco-devis sind eine Ergänzung der Devisierungsprogramme des NPK (Lizenz durch Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB). Ohne zusätzlichen Aufwand lassen sich Bauleistungen ausschreiben, welche die Umwelt weniger belasten. Für jedes eco-devis sind die wichtigsten Infos in einem Merkblatt zusammengestellt.
Innenraumklima – Keine Schadstoffe in Wohn- und Arbeitsräumen ist das Thema dieses Buches. Anhand von Beispielen werden planerische und bauliche Massnahmen zur Risikominimierung aufgelistet. (Herausgeber: R. Coutalides, Werd Verlag AG). Bezug im Buchhandel. Arbeitsblätter und Checklisten zur Planung und Realisierung von gesundem Innenraumklima sind auf der Homepage eco-bau verfügbar.
SIA-Normen: Relevant sind insbesondere «Schallschutz im Hochbau» (SIA 181), «Elektrische Energie im Hochbau» (SIA 380/4) sowie «Technische Anforderungen an lüftungstechnische Anlagen» (SIA 382/1).Weitere Informationen zu den Planungswerkzeugen auf der Homepage eco-bau.

Die Kriterien

Licht: Tageslicht wirkt stimulierend auf Menschen, es synchronisiert ihre «innere Uhr». Durch einen hohen Anteil an Tageslicht werden diese gesundheitlichen Effekte gefördert.
Lärm beeinträchtigt die Erholung und den Schlaf, mindert körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und stört, je nach Intensität, die sprachliche Kommunikation. Schallschutz-Massnahmen reduzieren Auswirkungen des Lärms von aussen und zwischen Nutzungseinheiten.
Raumluft: Menschen halten sich zu 90 % ihrer Zeit in Innenräumen auf. Entsprechend wichtig für die Gesundheit ist die Qualität der Raumluft. Durch Minimierung der Schadstoffemissionen lässt sich eine gute Raumluftqualität erreichen. Zudem ist die Einwirkung ionisierender Strahlung aufgrund von Radongas und nicht ionisierender Strahlung (Elektrosmog) durch geeignete Massnahmen zu begrenzen.
Rohstoffe: In der Schweiz werden für Hochbauvorhaben je Einwohner und Jahr rund vier Tonnen Rohstoffe verwendet. Der immense Bedarf soll vermehrt durch lokale, gut verfügbare Rohstoffe gedeckt werden.
Herstellung: Baustoffe belasten die Umwelt bei der Herstellung (Graue Energie), der Verarbeitung auf der Baustelle und der Nutzung. Mit einer kompakten Gebäudeform, kleinem Materialeinsatz sowie Baustoffen mit niedriger Herstellungsenergie kann die Umweltbelastung stark reduziert werden. Umwelt belastende Schadstoffe in Baumaterialien sollen weitgehend vermieden werden. Dieses Kriterium wird im Bewertungsverfahren nach Kosten gewichtet.
Rückbau: Das Bauwerk Schweiz birgt ein Riesenpotenzial an recyclierbaren Baustoffen, das nach dem Rückbau von Objekten nutzbar ist. Die Verwertung dieser Stoffe ist weitgehend von der Rückbaueignung und diese von der Trennbarkeit der Materialien abhängig. Deshalb ist diese Trennbarkeit eine wichtige Vorgabe für jedes Bauvorhaben.
Zusatzfragen bieten die Möglichkeit, Bonuspunkte zu sammeln. So lassen sich beispielsweise mit Messungen die Übereinstimmung der Raumluftqualität mit den Zielwerten bestätigen. Der Einsatz von Materialien mit anerkannten Produktelabels bringt ebenfalls Bonuspunkte.

Die Ausschlusskriterien

In der Tabelle sind die Ausschlusskriterien nach MINERGIE-ECO® aufgeführt, die keinen Ermessensspielraum offen lassen. Es handelt sich dabei mehrheitlich um den Einsatz von Materialien, die mit einer gesunden und ökologischen Bauweise nicht vereinbar sind. In der Regel muss der Planer eine alternative Lösung suchen mit fallweise auch konstruktiven Auswirkungen. Typisch dafür ist der Ersatz von Schäumen durch Mineralfaserzöpfe.

Gesundheit:
Nutzungsbezogene Ausschlusskriterien
Bauökologie:
Absolute Ausschlusskriterien
  • Biozide und Holzschutzmittel in Innenräumen
  • Bestimmte lösemittelhaltige Produkte
  • Grossflächiger Einsatz von Holzwerkstoffen, die Formaldehyd emittieren
  • Nutzungsbezogene Kriterien sind in den Hauptnutzflächen (Büro, Klassenzimmer, Wohnräume, etc.) zu erfüllen.
  • Schwermetallhaltige Baustoffe (Blei sowie grossflächige Aussenanwendungen von blanken Kupfer-, Titan-Zink- und verzinkten Stahlblechen ohne Metallfilter für die anfallenden Meteorwasser)
  • kein Einsatz von Recycling-Beton (falls im Umkreis von 25 km verfügbar)
  • Aussereuropäisches Holz ohne Nachhaltigkeitszertifikat
  • Schallschutzverglasungen mit SF6-Gas-Füllung
  • Montage- und Füllschäume

 
WICHTIG: Dies ist keine abschliessende Liste. Die für das Zertifikat relevanten Fragen sind im Fragenkatalog bzw. dem Nachweisinstrument zu finden.

Methode der Bewertung

Zur systematischen Bewertung von Projekten dient ein EDV-gestützter Fragenkatalog. Das Instrument ordnet den mit «Ja» beantworteten Fragen automatisch Punkte zu; daraus ergibt sich für jedes einzelne Kriterium eine Summe von Punkten.
Ob eine Frage für ein bestimmtes Objekt relevant ist oder nicht, lässt sich im EDV-Tool dokumentieren. Diese objektspezifische Relevanz ist zur Bestimmung der maximal möglichen Punktzahlen ausschlaggebend. Denn der Erfüllungsgrad eines Kriterium ist das Verhältnis von erreichter zu maximal möglicher Punktzahl. Eine einzelne Frage kann mit «Ja» beantwortet werden, sofern diese positive Antwort zu mindestens 80 % zutrifft.
Drei verschiedene Kategorien von Vorgaben gelten für den Baustandard MINERGIE-ECO®.
Grafik Bewertung

Der Weg zum MINERGIE-ECO®-Zertifikat

Antrag ECO-Dossier Planung
Der Antragsteller beantragt die Zertifizierung des Objekts nach MINERGIE-ECO® anhand des ECO-Dossiers Planung. Er reicht diese Unterlagen der kantonalen Zertifizierungsstelle ein. Der Nachweis MINERGIE-ECO® wird an die ECO-Zertifizierungsstelle weitergeleitet.

 
Provisorische Zertifizierung
Die provisorische Zertifizierung erfolgt nach Prüfung des ECO-Dossiers durch die entsprechenden Zertifizierungsstellen (MINERGIE® bzw. MINERGIE-P® und MINERGIE-ECO®. Dieses Zertifikat gilt ohne Einschränkung bis zum Entscheid über die definitive Zertifizierung (Schritt 4).

 
Baubestätigung – ECO-Dossier Ausführung
Zusammen mit der Baubestätigung reichen Antragstellende das ECO-Dossier Ausführung vor der Fertigstellung des Gebäudes der kantonalen Zertifizierungsstelle ein. Die aktualisierten Daten aus dem Nachweisinstrument gehen an die MINERGIE-ECO®-Zertifizierungsstelle.

 
Definitive Zertifizierung
Die definitive Zertifizierung erfolgt nach der Prüfung des ECO-Dossiers durch die Zertifizierungsstellen und nach einer Objektbegehung.

Die Gebühren

Ordentliche Gebühren für die Nutzung der Marke MINERGIE / MINERGIE-ECO / MINERGIE-P / MINERGIE-P-ECO / MINERGIE-A / MINERGIE-A-ECO: der Antrag für ein Zertifikat ist kostenpflichtig. Die Gebühren werden mit der Abgabe des provisorischen Zertifikates fällig. Detailliertere Angaben sind den jeweiligen Reglementen zu entnehmen. 

 

  Einzelanwendung EBF: Mehrfachanwendung EBF:
Zertifikat

Gebäude-

kategorie

≤ 500m2

> 500 m2

≤ 2000 m2

> 2000 m2

≤ 5000 m2

> 5000 m2 ≤ 2000 m2 > 2000 m2

MINERGIE 

I und II Fr. 900.- Fr. 1'300.- Fr. 2'900.- Fr. 8'500.- Fr. 2'900.- Fr. 8'500.-
III bis XII Fr. 1’100.- Fr. 1'600.- Fr. 3'500.- Fr. 10'000.- Fr. 3'500.- Fr. 10'000.-

MINERGIE-P

I und II Fr. 2'300.- Fr. 2'500.- Fr. 4'800.-

ab Fr. 8'500.-

Fr. 3'500.-

ab Fr. 8'500.-

III bis XI Fr. 2’500.- Fr. 2'700.- Fr. 5'400.- ab Fr. 10'000.- Fr. 3'900.- ab Fr. 10'000.-

MINERGIE-A

I und II  Fr. 2'900.- Fr. 2'900.- Fr. 5'200.- ab Fr. 9'000.-


MINERGIE-ECO
Zusatz
I und II Fr. 2'300.-* Fr. 6'000.-* Fr. 9'100.-* ab Fr. 9'100.-* Fr. 9'100.-* ab Fr. 9'100.-*
III bis XI Fr. 6'000.-* Fr. 6'000.-* Fr. 9'100.-* ab Fr. 9'100.-* Fr. 9'100.-* ab Fr. 9'100.-*

 

 

*Exklusive Raumluftmessung. Diese wird mit ca. Fr. 400.-- separat berechnet.

Gebühren exkl. MWSt. und exkl. Kosten für Luftdichtigkeitsmessung.

Kategorie I und II sind Wohnbauten (EFH und MFH)
Kategorie III bis XI sind Nichtwohnbauten (Verwaltung, Schulen, Verkauf…)
Kategorie XII sind Hallenbäder und können nicht MINERGIE-P und MINERGIE-A zertifiziert werden
Bei Bauten mit Mischnutzung, z.B. Wohnen und Verwaltung, gelten für das gesamte Gebäude die Gebühren der Gebäudekategorien III bis XII (Nichtwohnbauten).
DEHF Fr. 800.- (MINERGIE), Fr. 1'750.- (MINERGIE-P)
Mehrfachanwendung ohne Prüfung Fr. 500.- (MINERGIE), Fr. 500.- (MINERGIE-P), Fr. 500.- (MINERGIE-ECO)

 

Die Gebühren (115 Kb) 04.01.2012

 

 

Einzelanwendung:
Ein Gebäude, das einmalig erstellt wird, bekommt das Zertifikat für Einzelanwendung.

Mehrfachanwendung:
Ein Gebäude, das mehrfach erstellt wird (z.B. als Typen- oder Systemhaus oder als Einzelgebäude mehrfach in einer Überbauung) bekommt das Zertifikat für Mehrfachanwendung. Die Definition eines Typen- oder Systemhauses und die Verwendung der Mehrfachanwendung werden in der Anwendungshilfe detailliert beschrieben.

 

Zertifizierungsstelle und Auskünfte

Deutschschweiz/Italienische Schweiz

Zertifizierungsstelle MINERGIE-ECO®
Bahnhofstrasse 8
9000 St. Gallen
Telefon 0900 88 53 33
(CHF 4.23/Minute, aus dem Festnetz),
bedient Mo - Fr zwischen 9.00 - 12.00 Uhr
Fax 071 540 38 99

 

 

Allgemeine Informationen. Bearbeitung innerhalb sieben Arbeitstagen:

eco@minergie.ch

 

Informationen zu eingereichten Anträgen. Beantwortung innert vier Arbeitstagen:
eco-antrag@minergie.ch

 

Romandie

Zertifizierungsstelle MINERGIE-ECO® Romandie
Bureau EHE SA
Route de la Fonderie 2
1700 Fribourg
Telefon 026 309 20 92
Fax 026 309 20 98

 


  certification-eco@minergie.ch
Allgemeine Informationen:


 
  certification-eco@minergie.ch

Support:

  supporteco@minergie.ch